Andacht zum Vers „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.“ 2.Korinther 5,19

Liebe Leser,

ich möchte Ihnen, liebe Leser einmal eine Frage stellen. Sind sie mit allen Menschen die sie in Ihrem, zum Teil sehr langen Leben, kennen gelernt haben, versöhnt? Oder steht hier und oder da noch eine Streitigkeit, ein Anspruch, oder sogar eine Schuld zwischen Ihnen und der entsprechenden Person? Leben sie mit allen Menschen versöhnt?

Da ich zu Ihnen schreibe kann ich natürlich Ihre Reaktion oder Ihre Antwort nicht mit bekommen. Aber ich kann mir so manche Antwort vorstellen:

Das geht doch gar nicht, mag so mancher sagen, so viele verschiedene Meinungen oder Ansichten, wie soll das denn alles zusammenpassen. Ein anderer mag jetzt denken, Menschen haben mir so viel Böses angetan, wie sollte ich versöhnt mit Ihnen sein. Oder ein anderer sagt vielleicht, ja ich würde mich ja gerne versöhnen, aber der andere möchte es nicht. Noch viel mehr Gedanken gibt es da die ich hier weder kenne noch wiederholen könnte. Aber von einem gehe ich aus, keiner hier lebt in vollkommener Versöhnung mit allen Menschen.

Und das ist sehr Dramatisch weil Unversöhntheit zwischen Menschen sehr viel Leid mit sich bringen kann. Besonders wenn diese Unversöhntheit in der eigenen Familie oder im näheren Beziehungsumfeld ist.

Streit und Ärger mit Freunden und Familie beeinträchtigen nicht nur das psychische Wohlbefinden. Die Konflikte können sich auch auf die körperliche Gesundheit auswirken, wie Forscher nun herausfanden. Das ist ein echtes Dilemma. Auf der einen Seite haben wir bemerkt, das Versöhnung mit allen fast nicht möglich ist, auf der andern Seite beeinflusst diese Unversönlichkeit unser Leben negativ. Aus diesem Grund  bleibt uns nichts anders möglich als uns diesem Problem zu stellen. Die Bibel sagt an einer Stelle: Röm. 12,18 Wenn möglich, soviel an euch ist, lebt mit allen Menschen in Frieden!

Das heißt, jeder sollte versuchen alles nötige zu tun um den Frieden untereinander wie ein kostbares Gut zu bewahren.

Es gibt eine Hilfe bei diesem Versuch. Und damit kommen wir zu unserem Lehrtext: „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber…“

Dieser Vers zeigt uns dass auch Gott einen Streit oder eine Feindschaft hatte wo eine Versöhnung notwendig war. Bei dieser Feindschaft geht es um Schöpfer und Geschöpf. Bei diesem Problem geht es darum das der Mensch sich von Gott abwendet weil er nicht auf seine Gebote hören will. Die Bibel nennt das Sünde. Wie auch bei der Unversöhnlichkeit der Menschen untereinander, trifft auch das sündigen bei jedem Menschen zu. Jeder Mensch sündigt.

Diese beiden Dinge beeinflussen das Leben der Menschen untereinander und das Leben mit Gott sehr negativ. Diese Dinge bewirken ein unendliches Leid.

Interessant in diesem Zusammenhang ist das die überwiegenden Gebote, die Gott dem Menschen gegeben hat, Gebote sind, die das friedliche und gute Miteinander der Menschen untereinander angeht. Würde der Mensch nicht sündigen, hätte er auch keinen Streit miteinander. Und im Streit sündigt der Mensch dann noch mal besonders.  Weiter ist zu sehen, das bei den meisten Sünden andere Menschen die Opfer sind.

So bleibt fest zu halten, der Mensch braucht Versöhnung. Er braucht Versöhnung untereinander und auch Versöhnung mit Gott. Das weiß natürlich auch Gott.

Ich möchte auf ein weiteres Phänomen auf dem Weg zur Versöhnung eingehen.

Es ist der „erste Schritt“. Ist es Ihnen schon einmal aufgefallen was eigentlich das schwierigste bei einem Versöhnungsprozess ist. Es ist meistens der erste Schritt auf den Anderen zu. Das ist in den Familien wie auch in der politischen Diplomatie so. Da man sich überwiegend im Recht fühlt, egal ob es so ist oder nicht,  erwartet man vom Gegenüber das er den ersten Schritt geht. Irgendwie haben wir das Gefühl des Gedemütigten oder des Verlierers zu sein, wenn wir zuerst auf den anderen zugehen.

Bei Gott ist das nicht so, obwohl er nicht der Verursacher des Konfliktes ist, und obwohl er mit Sicherheit nicht der Schuldige ist, macht er einen erstaunlichen ersten Schritt. Er entlastet den Menschen von alle seiner Schuld. Noch mehr, er übernimmt die Strafe die der Schuldige verdient hätte. Er nimmt sogar die höchste  Strafe, die Todesstrafe, auf sich, nur damit ein Versöhnungsprozess eingeleitet wird.

Warum tut der lebendige Gott so etwas und warum ist ihm das so wichtig?

Diese Frage ist schnell beantwortet. Gott liebt den Menschen und möchte Ihm die Möglichkeit der Gemeinschaft mit ihm geben. Er schafft alles aus dem Weg was dazwischen steht, selbst wenn ihn das viel kostet. Im Philliperbrief 2, 7-8 steht:

Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.

Gott geht den ersten Schritt auf den Menschen zu. Er beseitigt den Grund des Streites, alles damit der Mensch wieder mit ihm Gemeinschaft haben kann. Und er spricht mit der heutigen Losung eine Einladung aus: „Ich möchte mich mit euch versöhnen“. Er möchte uns helfen, mit ihm und mit jedem anderen Menschen in Frieden miteinander zu leben.

Vielleicht sind sie heute mit Gott oder irgendeinem Menschen in Unfrieden. Egal ob Sie oder der Andere Schuld ist. Egal ob Sie Opfer oder Täter sind. Wenn Sie darunter leiden, dann möchte sie ermutigen das Angebot der Hilfe Gottes anzunehmen und Ihr Problem durch ein Gebet oder durch die Hilfe eines Pastors, vor Gott zu bringen und zu erwarten das er Ihnen Hilft.

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