Andacht zum Vers „Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade.“ Hebräer 13, 9

Liebe Leser,

Ich möchte Ihnen heute von einem Freund erzählen. Dieser Freund hat eine sehr dramatische Hinwendung zu Jesus als seinen Erlöser erlebt. Vor dieser Zeit hat er seine Freude durch viel Alkohol verstärkt. Er trank sehr gerne und viel. Er war bekannt dafür, dass man bei ihm immer einen guten Tropfen bekam. Er sah sich nicht als Alkoholiker, aber der Konsum von Alkohol prägte sein Lebensstiel. Zwei bis drei Mal die Woche trank er so viel das er betrunken ins Bett viel. Es war nicht nur der Alkohol, sondern es war auch der Lebensstil der damit verbunden war, der sein Leben negativ beeinflusste. Der Alkohol prägte sein Denken und Handeln, sein ganzes Leben drehte sich darum. Besonders seine Familie litt unter diesem Lebensstil. Die Freunde die er hatte, besuchten ihn deshalb, weil es bei ihm immer ein gutes Tröpfchen gab. Dann kam Jesus in seinen Leben. Nicht sofort, aber mit der Zeit wechselte er den Freund “Alkohol“ in den Freund “Jesus“. Das Wissen, dass Gott ihn liebt, dass er ihm sehr wichtig ist und dass er ihn nicht verklagt sondern sogar erlöst, veränderte sein Denken. Und unter anderem überdachte er auch seinen Lebensstil. Er hinterfragte sich, ob der Genuss von Alkohol in diesem Maße, für seine Familie, für sein Umfeld und nicht zuletzt auch für ihn, gut ist. Auch fragte er sich, ob Gott diesen Lebensstil befürwortet. Sie können sich vorstellen was bei dieser Frage rauskam. Und dieses andere Denken, veränderte sein Handeln. Er traf den Entschluss, keinen Alkohol mehr zu trinken. Und Gott half ihm dabei das er den Alkohol nicht vermisst. Selbst ein kleines Gläschen Wein, oder ein Bier trinkt er nicht mehr. Nicht dass das ein Gebot von Gott ist, sondern weil dieser Alkohol sein Leben so sehr negativ beeinflusste. Er wechselte eben die Freundschaft. Soviel zu dieser kleinen Geschichte. Zurück zu unserem Losungstext. Wenn die Bibel vom Herz spricht, mein sie die Persönlichkeit eines Menschen. Alle sein Denken und Handeln, alles das was ihn bewegt.

So wie das körperliche Herz den Menschen mit allen lebenswichtigen versorgt, so versorgt das geistige Herz, also die Persönlichkeit mit allen lebenswichtigen Entscheidungen. All das was wir erleben, was wir lernen und was wir tun, wird in unserem Herzen umgesetzt und bringt uns zum Handeln und zum Entscheiden. Deswegen ist es nicht erstaunlich wenn die Bibel sagt “es ist köstlich das das Herz fest werde“. Heute würde wir vielleicht sagen “es ist sehr gut wenn unser Charakter entschlossen und Stark wird das Gute zu tun“. Aber was hat das nun mit Gnade zu tun mag sich jemand fragen. Ist Gnade nicht das wenn man etwas geschenkt bekommt? oder wenn man eine Strafe erlassen bekommt? Was hat das denn mit einem guten Charakter zu tun? Bekomme ich etwa einen guten Charakter geschenkt?

Ja und Nein!

Ja, ich bekomme meine Strafe erlassen, Jesus hat am Kreuz von Golgatha meine Strafe ab bekommen, deswegen ist es Gott möglich, mir meine verdiente Strafe zu erlassen. Jetzt erlebe ich es öfters dass mir jemand sagt, naja, ich mach zwar nicht alles richtig, aber eine so harte Strafe zu bekomme wie sie Jesus bekommen hat, das ist nicht gerecht. Auch das stimmt, aber wir müssen einen anderen Maßstab von Gerechtigkeit hier anlegen, wir müssen nicht den Maßstab anlegen, den wir hier auf der Erde erleben. Dieses Leben hier ist von unrecht und fehlverhalten geprägt. Auf diese Erde gilt es als normal dass man sich belügt, dass man sich betrügt, dass man den eigenen Vorteil sucht und dass man ungerecht ist. Ein kleines Beispiel: Ich habe drei Kinder und jeder kann sich vorstellen was da so abgeht. Immer wieder wurde gestritten und wenn einer der beiden Streithähne es für chancenreich erachtete, kam es zu mir und sagte „ Meine Schwester, mein Bruder, war ungerecht zu mir, beurteile das und verschaffe mir recht sonst liebst du das andere Kind mehr als mich“. Es kam überhaupt nicht vor, das einer zu mir kam und sagte: Ich war ungerecht gegen meinen Bruder, meine Schwester, bestrafe mich und schaffe dem Anderen Recht.

Wir sehen die Schuld des anderen viel stärker als die eigene. Das ist ja auch klar, wenn wir verletzt werden tut uns das weh, wenn wir den anderen verletzen merken wir das oft gar nicht. Öfters sagt man mir „ich hat doch keinen umgebracht und ich versuche ja auch die Wahrheit zu sagen. Und ich möchte ja das gute tun“. Auch das stimmt, doch wenn es um die Gemeinschaft mit Gott geht, welches der eigentliche Himmel ist, den die Bibel meint, wenn es um die Maßstäbe Gottes geht, dann reicht unsere Gerechtigkeit bei weitem nicht aus. Und Gott muss hohe Maßstäbe anlegen, denn er möchte paradiesische Zustände erreichen, die besser sind als die Zustände dieser Welt. Deswegen ist es eine Gnade dass Gott sich um meine Gerechtigkeit gekümmert hat. Doch für dies endgültig zu ergründen reicht diese Andacht leider nicht aus.

Aber so viel, es ist ein großartiges Geschenk das Gott meine Sünden vergeben hat. Nicht zuletzt deswegen, damit ich in der Lage bin wieder Gemeinschaft mit ihm zu haben.

Und diese Gemeinschaft verändert meinen Charakter.

Weiter ist Gott durch die Sündenvergebung in der Lage, mir seinen Geist zu geben. Dieser Geist wiederrum, hilft mir; ohne mich anzuklagen, dass ich Dinge sehe, die verbessert werden können. So bin ich letztlich in der Lage ein Gott- und Menschengefälliges Leben zu führen. Und interessant ist, dass genau dieses Gott gefällige Leben alle meine Bedürfnisse an ein gutes Leben befriedigt. Es tut so gut zu wissen, dass man von Gott geliebt ist, dass er sich um mich kümmert, dass er freundlich zu mir ist, und dass er mir immer nah ist. Ich brauche ihn nicht zu fürchten, auch nicht, wenn ich nicht alles richtig gemacht habe.

Und genau dieses bringt mich dazu, dass ich daran arbeite, einen guten Charakter zu haben. Deswegen sagte ich ja und auch nein,

ich bekomme nicht direkt einen neuen Charakter geschenkt, aber ich bekomme eine Position geschenkt in der ich in der Lage bin meinen Charakter positiv zu verändern.

Also stimmt es, es ist letztlich seine Gnade das mein Herz fest wird.